Thomas Eller

THE ! SELBST. Eine Rauminstallation

Pressemitteilung
 

24. Juni - 31. Juli 1994
Pressevorbesichtigung: Donnerstag, 23. Juni 1994, 11.00 Uhr
Eröffnung: Freitag, 24. Juni 1994, 18.00 Uhr

Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen Berliner Str. 23 67059 Ludwigshafen am Rhein
Tel. 0621 - 504-3411, Fax 0621 - 504-3780
 

In der Ausstellung THE ! SELBST hat der in Berlin lebende Künstler THomas Eller, ausgehend von der räumlichen Situation des Graphischen Kabinetts des Wilhelm-Hack-Museums, eine Rauminstallation geschaffen. Diese besteht aus ungefähr dreißig Fotofiguren von Thomas Eller selbst (auf Aluminiumplatten kaschiert und ausgeschnitten), die mit Hilfe eines Computers so manipuliert wurden, daß sie aussehen, als wären sie durch Zerrspiegel extrem in die Länge gezogen. In unterschiedlicher Größe sind diese im gesamten Ausstellungsraum verteilt. Der niedrige und dunkle Ausstellungsraum wird durch die schmalen, senkrecht aufsteigenden Figuren Ellers optisch aus dem Gleichgewicht gebracht. Die Figuren wirken wie Kontrapunkte, die den Raum zu sprengen scheinen. In diesem Sinne ist auch der Titel der Ausstellung zu verstehen. Bewußt ist hier eine Interpunktion, ein Ausrufezeichen, gewählt. Diese Geste des Ausrufens erzeugt eine Aktualität, eine imperative Präsenz, die der Präsenz der Figuren im Raum parallel gestaltet ist: Sie sind da!

Die Arbeiten von Thomas Eller einer der bekannten Gattungen der Bildenden Kunst eindeutig zuzuordnen, ist nicht möglich. Was zunächst ein Foto (in der Regel ein Selbstportrait) ist, also ein Bild, das seinen eigenen Bildraum transportiert, wird ausgeschnitten. Durch dieses Ausschneiden eines fotografierten Objekts befreit man dieses scheinbar von seinem Bildraum. Durch das Kaschieren des Ausgeschnittenen auf Metall (Aluminium) versteift man das Foto zur Skulptur. Werden diese Skulpturen in einem Raum, einem Ausstellungsraum, präsentiert, geschieht Eigenartiges: Das Bild taucht im selben Raum auf, in dem sich der Betrachter befindet. Gleichzeitig wird die Fotografie aber nie von der Perspektive der Kamera unabhängig. Das Foto transportiert immer noch den (weggeschnittenen) Raum, in dem sich das Objekt einmal befunden hat. Dieser Raum erscheint im physisch erlebbaren Raum des Betrachters. Das Ineinandertauchen und gegenseitige Überlagern von Bild-Raum und Real-Raum stellt die Seh- und Rezeptionsgewohnheiten des Betrachters auf ungewohnte Weise in Frage.

Es erscheint ein Katalog, der einen umfassenden Überblick über das bisherige Werk Thomas Ellers bietet. 96 Seiten (30 Farbabb.),
ca. DM 30,-

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